Was ist Six Sigma?

In der Literatur und im Internet sind die unterschiedlichsten Definitionen von Six Sigma zu finden.


Ich möchte versuchen Ihnen mein Verständnis von Six Sigma näher zu bringen.

Six Sigma ist ein auf Zahlen und Fakten basiertes Vorgehen um systematisch Unternehmensprozesse und Produkte zu verbessern.


Dies erfolgt mit dem Ziel (Vision), dass nur noch 3,4 Defekte pro eine Million Fehlermöglichkeiten beobachtet und (hoffentlich) intern behoben werden müssen. Dies führt zu geringeren internen wie externen Fehlerkosten, höherer Kundenzufriedenheit, höheren Markanteilen und Unternehmensgewinnen.

 

Six Sigma nutzt in eindrucksvoller Weise größtenteils seit Langem bekannte statistische und nicht-statistische Methoden. Diese werden jedoch stark vernetzt und sehr logisch verknüpft genutzt.

 

Je nach Projektart verwenden die ausgebildeten Projektleiter unterschiedliche Phasenstrukturen mit klaren Phaseninhalten:

  • DMAIC für Verbesserungsprojekte
    (klassisches Six Sigma)

  • DICOV für Neuentwicklungsprojekte
    (leider nicht standardisiert)

  • DMADV für Re-Designprojekte   

Six Sigma Handlungsprinzipien

Allgemeine Prinzipien

  • Mache Fehler nur einmal.
    Verstehe Fehler als Chance zur Verbesserung.
  • Fehlervermeidung statt Fehlerbeseitigung.
    Eine richtige Ursachenbeseitigung kostet nur einmal Geld und Zeit, die Fehlerbeseitigung kostet über viele Jahre viel mehr.
  • Trenne die Fehlersymptome konsequent von tieferliegenden Fehlerursachen.
    Getroffene Maßnahmen müssen die tatsächlichen Fehlerursachen abstellen.
  • Gute Prozesse sind schnelle Prozesse.

  • Reduziere Komplexität von Produkten und Prozessen.

  • Strebe nach dem Verständnis Y=f(x).
    Nur so lassen sich Prozesse regeln.
    Nutze die x‘e um das Y wie gewünscht zu erhalten.


Prinzipien für das Management / Führung

  • Leite aus den Unternehmenszielen die Projektziele ab.

  • Lass deine Entscheidungen auf Zahlen/Daten/Fakten beruhen.

  • Schaffe eine positive Projektkultur.

  • Sei konsequent, begonnene Themen zum Ende zu bringen, beende aber nicht-lohnende Projekte ohne zögern.

  • Berechne bei allen Projekten konsequent Aufwand und Nutzen.
    Nutze dies zur Priorisierung der Aktivitäten, wir können nicht alles auf einmal bearbeiten.


Prinzipien für Projektleiter

  • Reduziere konsequent die versteckte Fabrik.

  • Vermeide eine Suboptimierung.
    Optimiere zu Gunsten der Kundenzufriedenheit und denke an Auswirkungen auf die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter.
  • Vermeide Prüfungen.
    Schaffe durch Fehlervermeidung Möglichkeiten auf bisherige Prüfungen zu verzichten.
  • Vermeide Zuständigkeitswechsel.
    Jeder Zuständigkeitswechsel führt zu Liegezeiten und erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit.
  • Ändere Prozesse radikal.
    Nur so ist ein Rückfall in die alte Situation (fast) unmöglich.