Begriffe

Aktiver Faktor

Ein Faktor, der mit der abhängigen Variable (Ergebnisvariable) zusammenhängt. Änderungen des Niveaus eines aktiven Faktors führen zu Veränderung der abhängigen Variablen y.

Allgemeine Ursachen

Ursachen von Variablen, die zufällig (natürlich) auftreten oder natürlich sind. Die Änderung einer Ursache bewirkt keine vorhersagbare Veränderung des Er­gebnisses.

ANOVA

Analysis of variance = Varianzanalyse. Eine Methode zur Ermittlung des Varia­tionsgrads in einem Prozess und zur Ermittlung, ob die Variation signifikant oder auf allgemeine Ursachen zurückzuführen ist. Eine Vorgehensweise zur Identifikation statistisch signifikanter Einflüsse auf eine Ergebnisvariable.

Attribute

Diskrete Eigenschaften, z. B. bestanden/nicht bestanden, gut/schlecht, Ja/Nein, anwesend/abwesend, akzeptabel/nicht akzeptabel, oder gelb/blau.

Attributive Daten

Daten diskreter Merkmale auf Basis von Zählungen.

Aufwendungen

Begriff der Gewinn- und Verlustrechnung. Umfasst üblicherweise die durch Er­stellung der verkauften Güter und Dienstleistung entstehenden Kosten und an­dere der Periode zurechenbare Kosten.

Benchmark

Ein Standard, anhand dessen etwas beurteilt werden kann oder mit welchem et­was verglichen werden kann. Z.B. Vergleich der Leistung eines Prozesses mit der Prozessleistung eines führenden Unternehmens z,B. Wettbewerbers. Die ermittelten Kennzahlen (Benchmarks) geben Zielsetzungen für die eigene, zukünftige Leistungsfähigkeit vor. Die Ergebnisse sollen somit helfen, die Qualität und Effektivität der eigenen Produkte und Prozesse zu verbessern.

Besondere Ursachen

Ursachen von Variation, die nicht zufällig sind.

Black Belt

Ein Experte der Six Sigma-Verbesserungsmethodik und des Six Sigma-Rahmenkonzepts im eigenen Unternehmen. Er hat den Ausbildungskurs zum Black Belt „Schwarzen Gürtel“ erfolgreich abgeschlossen.

Blöcke

Gruppen von Versuchseinheiten, die in einer Versuchsanordnung ähnlich behan­delt werden. Blöcke werden normalerweise durch Hintergrundvariablen defi­niert.

Bottleneck Engineering

Eine Vorgehensweise Kundenforderungen zu erfassen, zu kategorisieren und in Entwicklungsvorgaben umzusetzen. Die Bottlenecks können oft als Forderungen in das House of Quality übernommen werden.

Chi-Quadrat-Verteilung

Summe der Quadrate standardisierter normalverteilter Variablen.

Deming, W. Edwards

Eine Persönlichkeit im Bereich des Qualitätsmanagements. Deming (1900—1993)führte die Arbeit von Shewhart weiter und setzte sich stark für die Philosophie kontinuier­licher Verbesserungen, Verantwortlichkeit des Managements und fundiertes Wissen ein. Deming legte besonderes Gewicht auf das Phänomen der Variation und damit der statistischen Beherrschbarkeit, d.h. Vorhersagbarkeit, und führte den Verbesserungszyklus Plan-Do-Check-Act ein.

Deployment

Prozess der Sicherstellung, dass eine Methode von einer Organisation verstan­den und angewendet wird.

Design of Experiments

(DoE) Faktorielle Versuche und die zugehörige Verbesserungsmethodik. Wurde in den 1920er Jahren von Ronald A. Fisher erfunden und ursprünglich in den land-wirtschaftlichen und biologischen Wissenschaften angewendet. Anwendung in der Industrie seit den 1930er Jahren. In den vergangenen Jahren hat die Ver­suchsplanung neue Popularität erreicht, die zum Teil auf Six Sigma zurückzu­führen ist (vgl. Faktorversuche).

Dienstleistung

Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Lieferanten und Kunde sowie durch den Lieferanten intern erbrachte Ergebnisse zur Erfüllung der Erfordernisse des Kunden.

Durchlaufzeit

Neben Variation, Nutzungsgrad, Prozess- und Produktdesign eine der bedeu­tendsten Verbesserungsmöglichkeiten von Prozessen. Durchschnittliche Zeit, die für eine Einheit benötigt wird, um Einsatzfaktoren in das Endprodukt umzu­wandeln.

Effekt

Die Änderung der Ergebnisvariablen, y, aufgrund von Veränderungen eines Ein­satzfaktors, x, in einem faktoriellen Versuch.

Einheit

In der Produktion kann eine Einheit die Endmontage, Zwischenmontage oder eine Komponente sein. In Dienstleistungsprozessen kann z. B. ein Auftrag, eine technische Zeichnung oder ein Dokument eine Einheit darstellen.

Einsatzfaktoren

Die in einem Prozess eingesetzten Faktoren; reichen von Arbeit, über Material zu Maschinen, Strom, Temperatur usw.

Evolutionary Operation

(EVOP) Ein Konzept von E. P. Box zur Durchführung von faktoriellen Versuchen an lau­fenden Prozessen. Mit Hilfe von EVOP können Produktionsmitarbeiter fakto­rielle Versuche bei laufender Produktion mit zufriedenstellender Prozessleistung und minimaler Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung durchführen.

Faktor

Unabhängige Variable. Eine Variable, die bewusst variiert oder kontrolliert ge­ändert wird.

Faktorielle Versuche

Durchführung systematischer Experimente mit mehreren Faktoren (x1, x2 xv), die eine oder mehrere abhängige Variablen, y, beeinflussen, um aktive Fak­toren/Wechselwirkungen zu identifizieren. Die Faktoren werden ständig und auf systematische Weise variiert, um die Kosten des Experiments zu reduzieren und den Informationsgehalt zu erhöhen.


Vollständiger faktorieller Versuch: ein Versuch mit Versuchsanordnungen für alle möglichen Kombinationen von Faktoren und Niveaus.

 

Teilfaktorieller Versuch: ein Experiment mit einer (bestimmten) Auswahl aus den für einen vollständigen Faktorversuch erforderlichen Versuchsanordnungen. 2k vollfaktorieller Versuch: ein Experiment mit k Faktoren und zwei Niveaus für jeden Faktor (hoch und niedrig); die Anzahl möglicher Versuchsanordnungen ist 2kd teilfaktorieller Versuch: ein Experiment mit k Faktoren, d definierten Glei­chungen und zwei Niveaus für jeden Faktor (hoch und niedrig); die Anzahl möglicher Versuchsanordnungen ist 2k-d

 

Halber faktorieller Versuch: ein Experiment mit der Hälfte der für einen voll­ständigen Faktorversuch erforderlichen Versuchsanordnungen.

Fehler

Generell bezeichnen wir hiermit Abweichungen vom Soll. Formell gesehen ist ein Fehler eine Abweichung eines Merkmals, die im Verhältnis zum Zielwert so groß ist, dass die geforderte Funktionalität nicht gegeben ist. Eine korrigierende Maßnahme ist erforderlich. Im weiteren Sinn ist ein Fehler ein Zustand, der vor der Fertigstellung eine Korrektur erforderlich macht, d.h. alles, was Unzufrie­denheit von Kunden verursacht.

Fisher, Ronald A.

Genetiker und Statistiker(1890—1962). Erfand in den 1920er Jahren die Varianzanalyse und die Versuchsplanung (DoE) für landwirtschaftliche und biologische Wissen­schaften.

Fits und Residuen

Fits = f(x1, x2, ...‚ xi) wobei f(x) das an die Versuchsdaten angepasste Modell ist; Residuen (Restwerte) = Urdaten - mittlere geschätzte Werte.

Freiheitsgrade

(df) Die Anzahl unabhängiger Informationen, die zur Schätzung von Statistiken her­angezogen werden können.

F-Test

Ein statistischer Test zum Verhältnis zweier Varianzen.

Geschäftsprozess

Wertschöpfungskette im Unternehmen beim Durchlaufen eines Vorganges auf der operationalen, strategischen und versorgenden Ebene.

Gross Margin Slippage

Differenz zwischen Vor- und Nachkalkulation.

Harry, Mikel J.

Einer der Hauptarchitekten der Six Sigma-Methodik und Gründer des Six Sigma Forschungsinstitutes von Motorola. Heute Vorstandsvorsitzender der Six Sigma Academy, Phoenix, Arizona.

Haupteffekt

Grad der Veränderung einer abhängigen Variable aufgrund von Veränderungen einer unabhängigen Variable in einem Experiment.

House of Quality

Im QFD benutztes matrizielles Schema, mit dem die Abhängigkeiten zwischen den Kundenforderungen und den Produkteigenschaften sichtbar gemacht werden.

Kano-Modell

Marketingmodell zur Erforschung der Qualitätsanforderungen der Kunden, wobei höchstmögliche Koordination mit den Entwicklungszielen angestrebt wird.

Kontinuierliche Daten

Numerische Informationen, die jeden beliebigen gemessenen Wert auf einer kontinuierlichen Skala annehmen können.

 

 

Kontinuierliche Verbesserungen

Schrittweise dauerhafte Verbesserungszyklen. Ansatz zur Verbesserung von Va­riation, Durchlaufzeit, Nutzungsgrad, Prozess- und Produktdesign. Steht im Ge­gensatz zur Theorie eines „Optimums“. Kontinuierliche Verbesserungen umfas­sen sowohl drastische Verbesserungen von Produkten und Prozessen als auch kleine schrittweise Verbesserungen (letzteres wird oft auch als Kaizen bezeich­net).

Korrelation

Maß für den linearen Zusammenhang zweier Variablen. Der Korrelationskoeffi­zient wird oft als R bezeichnet, wobei -1<R<1 gilt. Die Werte 1 und -1 zeigen einen vollständig linearen Zusammenhang an, während ein Wert von 0 anzeigt, dass es keinen linearen Zusammenhang zwischen den betrachteten Variablen gibt. Eine Korrelation von 0 bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass die beiden Variablen voneinander unabhängig sind.

 

 

Kosten schlechter Prozessleistung

Gesamtheit aller externen und internen Kosten, die durch Fehler verursacht werden, einschließlich der geschätzten Kosten aufgrund ungeeigneter Prozesse. Werden auch als Qualitätskosten bezeichnet.

 

 

Kosten verkaufter Güter und Dienstleistungen

Hauptbestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung. Umfassen typischerweise direkte Materialkosten, direkte Lohnkosten und Gemeinkosten für Produktion oder Dienstleistungen.

Kunde

Empfänger einer Leistung, die von einem Lieferanten bereitgestellt wird.

Kurzfristige Prozessleistung

Die Leistung eines Prozesses (Produktes) unter den vorteilhaftesten Bedingun­gen, d.h. wenn er zentriert ist, keine signifikante Variation vorliegt (also keine besonderen Ursachen, nur allgemeine Ursachen); wird zum Benchmarking her­angezogen.

Langfristige Fähigkeit

Die Leistung eines Prozesses (Produktes), wenn die im Zeitverlauf auftretende natürliche Veränderung des Mittelwerts um 1 .SG (Standardabweichungen) be­rücksichtigt wird.

Merkmal

Eine bestimmte Eigenschaft eines Prozesses oder seines Ergebnisses, worüber Daten gesammelt werden können.

Messung von Prozessleistung

Prozessleistung sollte vorzugsweise in DPMO (langfristig) oder in Sigma (kurz­fristig) ausgedrückt werden. Alternativ können die Prozessfähigkeitsindizes Cp oder Cpk verwendet werden.

MINITAB®

Software für statistische Berechnungen.

Möglichkeit

Jedes Merkmal (oder eine Reihe von Merkmalen), das für Güter oder Dienstleis­tungen entscheidend ist, vorausgesetzt, dass es messbar ist und dass die Wahr­scheinlichkeit, dass es dem Standard entspricht, bekannt ist oder geschätzt wurde.

Normalverteilung

Eine kontinuierliche Wahrscheinlichkeitsfunktion mit glockenförmigem Ausse­hen. Auch Gauß‘sche Normalverteilung genannt.

Null-Hypothese

In diesem Zusammenhang der Versuch einer Erklärung dafür, dass Ereignissen allgemeine Ursachen zugrunde liegen (eine Annahme, die durch Anwendung der Statistik herausgefordert wird); siehe auch H0.

Nutzungsgrad

Neben Variation, Durchlaufzeit, Prozess- und Produktdesign eine der bedeu­tendsten Verbesserungsdimensionen. Gibt an, wie effektiv Einsatzfaktoren für das Produkt eines Prozesses genutzt werden.

Parameter

Beim Produkt- oder Prozessdesign angewendete Größen.

Pareto-Diagramm

Eine visuelle Methode zur Identifizierung signifikanter Probleme, bei der Daten entsprechend ihrer relativen Bedeutung in Form von Säulen abgebildet werden. Dient dazu, potenzielle Ursachen für weitere Untersuchungen zu identifizieren.

Produkt

Ergebnisse von Tätigkeiten und Prozesse. Können greifbare physische Güter und deren zugehö­rige Dienstleistungen oder Dienstleistungen an sich sein.

Prozess

Eine Aktivität oder Reihe von Aktivitäten, die auf wiederholbare Weise Einsatzfaktoren zu Produkten verwandelt. Schafft Wert für Kunden.

Prozessergebnis

Produkt. Können greifbare physische Produkte und deren zugehörige Dienstleis­tungen oder Dienstleistungen an sich sein.

Prozessfähigkeitsindizes

(Cp, und Cpk) ist eine standardisierte Kennzahl für die kurzfristige Prozessleistung, ent­spricht normalerweise sechs Standardabweichungen der Streuung:

Prozessleistung

Die akkumulierte Leistung von Merkmalen eines Prozesses oder Produkts. Pro­zessleistung kann hervorragend anhand von Variation gemessen werden, da die meisten Merkmale einbezogen werden und mit einer einzigen Zahl ausgedrückt werden können.

Prozessleistung (Messung)

Prozessleistung sollte bevorzugt als DPMO-Wert (langfristig) oder Sigma-Wert (kurzfristig) augedrückt werden. Die Alternative besteht darin, Prozessleistung in Cp und Cpk zu ermitteln.

P-Wert

Die Wahrscheinlichkeit dafür, eine Abweichung davon zu erhalten, was die Null-Hypothese anzeigt, und zwar in die Richtung der alternativen Null-Hypo­these, die groß oder größer ist als die ursprüngliche. Das Signifikanzniveau, auf dem es möglich ist, die Null-Hypothese zu Gunsten der alternativen Null-Hypo­these abzulehnen.

Qualität

Übereinstimmung mit Kundenanforderungen. Eine alternative Definition ist die Fähigkeit eines Produktes (Gut oder Dienstleistung), die Bedürfnisse und Erwar­tungen der Kunden zu erfüllen und noch zu übertreffen.

Randomisieren

Die Reihenfolge der Versuchsanordnungen in einem Experiment wird zufällig gewählt, um die Wirkung der Störfaktoren zu reduzieren, d.h. jedem Ereignis dieselbe Möglichkeit des Auftretens zu bieten. Steht im Gegensatz zu Blöcken.

Regelfaktor

(Regel- bzw. Steuerbarer Faktor) Eine Eingangsgröße eines Prozesses oder Experiments, die geregelt bzw. gesteu­ert werden kann.

Regelkarten

Grafische Darstellung der Ergebnisse eines Merkmals im Zeitverlauf und im Verhältnis zu seiner oberen und unteren Eingriffsgrenze sowie seinem Mittel­wert.

Regressionsanalyse

Eine statistische Analyse, die mehrere Ergebnisvariablen gleichzeitig berücksich­tigt.

Residuen (Error)

Die zufällige Variation in den Ergebnissen, die nicht auf die unabhängigen Vari­ablen zurückzuführen ist („Error“ bedeutet in der Statistik nicht Fehler, sondern ist das wissenschaftliche Maß für unvermeidbare Störungen in einem Experi­ment, die auch durch größte Sorgfalt nicht vermieden werden können). Bei Fak­torversuchen erklärt das Vorhersagemodell einen Teil der Variation in der Er­gebnisvariable, der Rest wird, wie folgende Formel zeigt, durch den Restwert erklärt:

Reverse Engineering

Eine Technik Wettbewerbsanalysen durchzuführen und die produktbezogenen Merkmale an den Möglichkeiten des eigenen Unternehmens zu messen.

Robust

Ein Prozess oder Produkt wird als robust bezeichnet, wenn er/es im Hinblick auf Variation in den Einsatzfaktoren nicht empfindlich ist und der Effekt der Stör­faktoren vernachlässigbar ist. Taguchi spricht von einer robusten statistischen Vorgehensweise oder einem robusten Prozess, wenn dieser sich im Verhältnis zum Zielwert konsistent verhält und relativ unempfindlich gegen Faktoren ist, die schwer zu kontrollieren sind.

Screening-Analyse

Ein spezifisches Experiment, um eine Anzahl von Faktoren für nachfolgende Ex­perimente zu identifizieren.

Shewhart, Walter A.

(1891—1967) Führte die Anwendung der Statistik zur Identifikation und Beseitigung von Vari­ation ein. Erfand die Regelkarten mit einer empfohlenen Stichprobengröße von vier, fünf oder sechs. Vertrat folgende Vorgehensweise: 1) Beschreibe die Bedürf­nisse und Erwartungen der Kunden und drücke sie in Zahlen aus; 2) Spezifiziere ein Produkt, das diesen Anforderungen entspricht; 3) Produziere mit minimaler Variation; 4) Benutze Statistik (Regelkarten usw.); 5) Benutze Regelkarten, um den Prozess so zu regeln, dass ihm keine neuen Ursachen von Variation zuge­führt werden. 1931 schrieb er „Economic Control of Quality of Manufactured Products“, wo er die Bedeutung geringer Variation hervorhebt.

Simultaneous Engineering

Strategie, ein Produkt zu einem festen Zeitpunkt marktreif zu entwickeln, in dem Entwicklung, Erprobung, Produktionsvorbereitung, Beschaffung sowie Vertrieb konzeptionell parallel, also gleichzeitig durchgeführt bzw. vorbereitet werden. Zielsetzung ist es, den Zeitstrahl von der Idee bis zum Markteintritt unter Akzeptanz von Mehrfachaufwänden auf alle Fälle zu verkürzen.

Spannweite

Die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Wert in einer Reihe von Mes­sungen.

Spurendiagramm

Darstellung von Daten in zeitlichem Verlauf.

Standardabweichung

(s) Ein statistischer Index für Streuung oder Variation, normalerweise mit s oder  (Sigma) bezeichnet:

Statistik

Ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der Sammlung, Analyse, Interpreta­tion und Präsentation großer Mengen numerischer Daten befasst.

Statistisch signifikant

Ein Ergebnis, das dazu führt, die Null-Hypothese zu verwerfen. Die Beobach­tung liefert eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Null-Hypothese wahr ist. Die Größe einer solchen vorhergesagten Wahrscheinlichkeit wird als Signifikanzniveau, alpha, bezeichnet. Wird normalerweise durch große Teststa­tistiken oder kleine P-Werte repräsentiert.

Statistische Beherrschbarkeit

Ein Prozess, bei dessen Produkten Variation nur aufgrund allgemeiner Ursachen auftritt. Auch als vorhersagbarer Prozess bezeichnet.

Statistische Prozessregelung

Methode zur Beobachtung und Verbesserung von Prozessen unter Anwendung von Regelkarten.

Stichprobe

Eine oder mehrere Messungen, die aus einer großen Anzahl möglicher Messun­gen erhoben werden.

Störfaktoren, Störgröße

Einsatzfaktoren, die als nicht steuerbar gelten oder wo eine Steuerung zu teuer oder nicht erwünscht ist.

Strategie

Handlungsplan, der für jede mögliche Entscheidung eine bestimmte Aktion vorausplant.

Streudiagramm

Diagramm, aus dem die Korrelation (Zusammenhang) zwischen zwei Variablen ersichtlich ist.

Streuung

Breite der Verteilung eines Merkmals, gemessen in

sigma = Standardabweichung der Gesamtheit
s = Standardabweichung der Stichprobe

Taguchi, Genichi (1924-)

Verbesserte und entwickelte existierende Konzepte für robustes Design weiter und entwickelte (in den 90er Jahren) eine Version teilfaktorieller Versuche (manchmal auch Taguchi-Methode bezeichnet) sowie die Verlustfunktion.

Target Costing

In Japan als Genka Kikaku-Strategie bekannt, ist eine marktorientierte Methode, mit der die am Markt durchsetzbaren Preise bestimmt werden. Hieraus werden die Zielherstellkosten bei Berücksichtigung einer ausreichenden Gewinnspanne bestimmt, welches Vorgaben für Konstruktion und Fertigung werden.

Toleranz

Abstand zwischen oberer und unterer Toleranzgrenze.

Total Quality Management

TQM, totales Qualitätsmanagement, auf die Mitwirkung aller ihrer Mitglieder beruhende Führungsmethode einer Organisation, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenheit der Kunden auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf Nutzen für die Mitglieder der Organisation und der Gesellschaft zielt.

t-Test

Ein statistischer Test für einen oder mehrere Mittelwerte.

Überlagernde Effekte

Bei zwei oder mehr Faktoren oder Wechselwirkungen mit gleichen Schwankun­gen können deren Wirkungen auf eine betrachtete Ergebnisvariable nicht von­einander unterschieden werden. Der durchschnittliche Effekt eines Faktors oder der Effekt von Wechselwirkungen ist unbestimmbar mit den Effekten anderer Faktoren oder Wechselwirkungen kombiniert.

Umsatz

Preis mal Menge verkaufter Güter und Dienstleistungen innerhalb einer be­stimmten Rechnungsperiode.

Unvorhersagbarer Prozess

Ein Prozess, in dem Variation in den Produkten sowohl aufgrund allgemeiner als auch aufgrund besonderer Ursachen entsteht.

Ursache-Wirkungs-Diagramm

Auch Ishikawa-Diagramm genannt, Eine einfache Methode zur Veranschaulichung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Ursachen werden üblicherweise in allgemeine Kategorien wie z. B. Methoden, Materialien, Maschinen, Menschen, Mitwelt (Umgebung), Messungen und Management eingeteilt.

Varianz

Quadrierte Standardabweichung,

Veränderung

Unvermeidbar langfristige Änderungen von Mittelwerten. Bender und Gilson haben sich angeblich unabhängig voneinander mit der Veränderung von Mittel­werten beschäftigt und auf der Basis von 30 Jahren Erfahrung herausgefunden, dass diese 1.49 Standardabweichungen beträgt.

Versuchsplanung

Auch Design of Experiments, DoE, Faktorielle Versuche und die vorhergehende Planungsphase. Wurde in den 1920er Jahren von Ronald A. Fisher erfunden und ursprünglich in den land­wirtschaftlichen und biologischen Wissenschaften angewendet. Anwendung in der Industrie seit den 1930er Jahren. In den vergangenen Jahren hat die Ver­suchsplanung neue Popularität erreicht, die zum Teil auf Six Sigma zurückzu­führen ist (vgl. Faktorversuche).

Vorhersagbarkeit

(von Prozessen) Prozesse, in denen Variation im Endergebnis nur aufgrund allgemeiner Ursachen entsteht. Auch als „statistisch kontrollierbarer Prozess“ bezeichnet.

Wahrscheinlichkeit

Anzahl von Ereignissen (oder gewünschten Ergebnissen) im Verhältnis zur Ge­samtanzahl von Versuchen, häufig ausgedrückt in Prozent.

Wechselwirkung

Der Effekt eines Faktors hängt von den Werten eines oder mehrerer anderer Faktoren ab.

Wertanalyse

Eine anwendungsneutrale Vorgehensweise, bei der die Funktionen eines Objektes unter Vorgabe von Wertzielen (auch Qualitätszielen) durch Teamarbeit und ganzheitliche Problembetrachtung hinsichtlich Nutzen zu Aufwand verbessert oder entwickelt werden.

Wiederholen, Wiederholung

Ein Versuch, eine Messung oder eine Bearbeitung, die mehrmals aber zufallsba­siert durchgeführt wird, um den Einfluss von Störfaktoren zu minimieren.

Zentrierung

Gibt an, wie gut die Prozessleistung im Verhältnis zum Zielwert ist, d.h. Lage der Verteilung im Verhältnis zum Zielwert. In diesem Buch wird Zentrierung auch in weiterem Sinne verwendet, nämlich in Bezug auf Verbesserungen des Zielwerts, was häufig bei Durchlaufzeit und Ertrag der Fall ist.

ZB oder ZBench

Oft als „Benchmarking-Sigma“ oder „Sigma-Level“ bezeichnet; die Verteilung oder Variation oder Streuung um den Mittelwert (Durchschnittswert) eines Pro­zesses. In Geschäftsprozessen gibt der Wert die Leistung des Prozesses wieder, d. h. ZB ist der Index für die kurzfristige Leistungsfähigkeit eines Prozesses oder Teils (ZB = 1.0 wird als schlechte, ZB = 4.0 als mittelmäßige Leistung und ZB =6.0 als „Weltklasseleistung“ betrachtet).